Was man schon immer mal haben wollte/sollte
Musik, Wiederentdeckungen
Jimmy Eat World
Bleed American/Jimmy Eat World
(geffen/universal)
Jimmy Eat World - das ist erst einmal vollkommen falsches Englisch. Das fehlende "Dritte-Person-Singular-Präsens"-S im Namen ist dann aber auch schon alles, was es an der Band aus Mesa auszusetzen gibt.
Bleed American, aus dem aufgrund seiner zeitlichen Nähe zum World Trade Center-Attentat in einer Zweit-Taufe Jimmy Eat World wurde, markiert den popularitätstechnischen Zenit des Fast-Familien-Vierers. Ein kleines, aber umso feineres Wunder, bedenkt man den Umstand, dass Jimmy Eat World dieses Album in kompletter Eigenregie eingespielt und aufgenommen haben, und zwar nachdem sich ihr altes Label von ihnen getrennt hatte. Ohne sich auf einen Plattenvertrag berufen zu können und lediglich mit der Unterstützung des Produzenten Mark Trombinos, verewigte das Quartet kurzerhand einen rock-poppenden Geistesblitz nach dem anderen.
Von den griffigsten Riffs diesseits von Rivers "Weezer" Cuomo und Angus "AC/DC" Young zeugen nicht nur der treibende Titeltrack, sondern auch Mittel-Tempo-Kracher wie Get It Faster und The Authority Song. Aber Jimmy Eat World können auch anders. Die unfreiwilligen Wegbereiter der Emo-Floskel verstehen sich wie kaum welche ihrer Kollegen auf Balladen und Sparflammen-Songs. Von Cautioners, My Sundown und dem tränendrüsen-drückenden Hear You Me können sich andere Möchtegern-Emorocker mindestens drei Scheiben abschneiden.
weitere Wiederentdeckungen
Bettye Lavette: "The Scene Of The Crime"
Tegan and Sara: "The Con"
The Postal Service: "Give Up"


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