Was man schon immer mal haben wollte/sollte
Musik, Wiederentdeckungen
Tegan and Sara
"The Con"
(inkubator/soulfood)
Ob Tegan and Sara oder Sara and Tegan - bei den beiden Quin-Schwestern aus der Winter-Olympiaden-Stadt Calgary bleibt's gehupft wie gesprungen: Musik wie sie im Buche stehen sollte.
Noch nicht einmal volljährig machten die 1980 geborenen eineiigen Zwillinge ihre ersten Erfahrungen mit dem Profi-Musikertum 1998. Als Gewinner des "Garage Warz" Wettbewerbs fielen sie auch Neil Young auf, der sie alsbald für sein Vapor-Label unter Vertrag nahm. Vier Alben später gehört das junge Geschwisterpaar zu den aussichtsreichsten Hoffnungsträgern der kanadischen Szene - und das ist auch gut so. Ihr beherzter und ebenso infektiöser Pop-Rock klingt wie die beste Musik, die Stevie Nicks, Luscious Jackson und die Bangles weder geschrieben noch gemacht haben. Auch wenn die Quins sehr viel gitarren-orientierter daherkommen, scheint das Geschwisterpaar gerade mit den letztgenannten mehr als nur familiäre Verstricktheiten zu verbinden - wie auch bei den Peterson-Schwestern gehören die distinkten Harmonien des singenden Duos zu ihrem wichtigsten klanglichen Aushängeschild.
Die 14 Songs auf "Der Schwindel" - von denen keiner die Vier-Minuten-Grenze bricht - decken zwischen himmelhochjauchzend emphatisch bis zum Haarausfall betrüblich die relevantesten Teile des menschlichen Gefühlsspektrum ab. Und obwohl es in den meisten Fällen einmal mehr um Zwischenmenschliches und Artverwandtes geht, versagen sich die schicken Schwestern jede balladeske Gefühlsduselei - gut so: wer mag schon gerne schmusen, an Busen von Heulsusen?
weitere Wiederentdeckungen
Bettye Lavette: "The Scene Of The Crime"
Tegan and Sara: "The Con"
The Postal Service: "Give Up"


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