Was man schon immer mal haben wollte/sollte
Musik, Wiederentdeckungen
Dominik Eulberg
Flora & Fauna
(traumschallplatten/kompakt)
Wer als Dominik Eulberg im Westerwald geboren, durch die Radio-Sendungen Sven Väths zum Technokind sozialisiert und von Gabriel Ananda ans Mischpult geführt wird,
der darf auf seinem Album-Debut auch Tracks mit absurdesten Titeln wie Der purpurrote Sonnenuntergang am schilfumsäumten Berg? unterbringen.
Die schon den Titeln entnehmbare Naturverbundenheit kommt dabei nicht von ungefähr. Eulberg ist Biologie-Student im fortgeschrittenen Semester und Hobby-Förster auf Lebenszeit. Einen Großteil seiner inzwischen immer knapper werdenden Freizeit verbringt der Techno-Blondschopf in den weitschweifigen Naturschutzgebieten seiner Heimat. Und so verwundern Titel wie Der Tanz der grün-blauen Mosaikjungfer und Keine Nieten bei den Herbstzeitlosen genauso wenig wie die Tatsache, dass Eulberg das auch in seinem Fall obligate eigene Label "Kreucht & Fleucht" taufte. Trotz dieses Privatvergnügens veröffentlicht Eulberg aber auch weiterhin über international etablierte Label von Traumschallplatten über Raum?Musik bis Cocoon.
Flora & Fauna aus dem Jahre 2004 ist Eulbergs erstes Album. Und obwohl die Mehrheit der vor dem Album veröffentlichten Maxis - darunter auch der kaum zu toppende Club-Knaller Gasthof "Zum Satten Bass" - es nicht auf dasselbige geschafft haben, handelt es sich bei Eulbergs Debut um alles andere als ein Wohnzimmer-Album. Und ist auch gut so. Dass Eulberg sich um die 3-Zimmer-Küche-Bad-Tauglichkeit seiner Musik nicht geschert hat, bewahrt alle Tracks, inklusive dem ambienten Sonnenuntergang, vor dem sicheren Todesurteil "loungig". Dass Flora & Fauna trotzdem auch in 6-Quadratmeter großen Studi-Heimen zur Entfaltung kommt, dafür für wird Eulberg höchstpersönlich gesorgt haben. Wetten Bass?!
Foto: Thorsten Kohlhaas
weitere Wiederentdeckungen
Bettye Lavette: "The Scene Of The Crime"
Tegan and Sara: "The Con"
The Postal Service: "Give Up"


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