Was hört der Musik-Fan morgen
Musik, Neuerscheinungen
Ghostface Killah
The Big Doe Rehab
(defjam/universal)
Ghostface Killah. Ghostface? - Killah? - Über Geschmack lässt sich bekanntlich auch schmunzeln. Außerdem: Ghostface aka Tony Starks aka Wally Champ hat noch ein halbes Dutzend anderer Aliase zu bieten.
Die Gleichung geht auf: das 1970 als Dennis Coles geborene Reime-Monster bringt es über den Daumen auf ca. ein Pseudonym pro Album. Seine Beiträge für den Wu-Clan sowie zahllose Gast-Auftritte nicht mitgerechnet. The Big Doe Rehab ist das verflixte siebte Album unter eigenem Namen und der knapp 40-jährige hat kein bisschen von dem Biss verloren, für den er seit seinem Debut einen Parental Advisory-Maulkorb trägt. Der irgendwie inszeniert-wirkenden Wirbel rund um die annähernd zeitgleiche Veröffentlichung des aktuellen Wu-Tang Albums mag für medialen Rückenwind gesorgt haben.
Nötig hätten es die darauf enthaltenen Rhythm & Rhyme-Kunstwerke nicht: Getto-Geschichten, Macho-Märchen und Räuber-Pistolen vom Allerfeinsten. Schützenhilfe leisten ein paar der Wu-Tang-Jungs, insbesondere Raekwon und Method Man sowie Mitglieder der Theodore Unit, Ghostface's eigenem Clan. Und hauptverantwortlich für die Musik zeichnen sich die Hitmen - eine Truppe um Sean "Diddy" Combs, die - Obelix nicht unähnlich - als kleine Kinder in einen Soul-Zaubertrank gefallen sein müssen. Nachzuhören insbesondere auf "We Celebrate", "Paisley Darts" und "Shakey Dog Starring Lolita". Auf keinen Fall unter den Tisch fallen dürfen aber die Produktions-Arbeiten von Anthony "Acid" Caputo, namentlich "Walk Around" und "Killah Lipstick" sowie das von Baby Grand produzierte "Rec-Room Therapy". Und zum Schluss ein Zitat: "If you fat I might take one for the team. But I gotta get drunk first, know what I mean?"
weitere Neuerscheinungen
Dynamite Deluxe: TNT
Bajofondo: Mar Dulce
Andrew Bird: Armchair Apocrypha


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