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Endlich wieder da, die Klassiker kommen zurück

Musik, Neu-Auflagen

Gorillaz

D-Sides

(parlophone/emi)

Eine Band, die es nicht wirklich gibt, recycelt ihre Veröffentlichungen, die es wirklich gibt. Willkommen in der achten Staffel des 21. Jahrhundert.

Die gemeinsame Kopfgeburt des Pop-Art-Künstler Gespanns aus Damon "Blur" Albarn und Jamie "Tank Girl" Hewlett geht in die zweite B-Seiten-Verwertungsrunde. Wie schon die G-Sides, dem veröffentlichungstechnischen Rattenschwanz ihres 2000-er Debuts, folgen nun die D-Sides den Demon Days aus 2006. Und wie ihrerseits schon die Demon Days, sind auch die D-Sides samt und sonders Ergebnis der Produktionskollaboration des virtuellen Vierers mit einem der ungewöhnlichsten Musik-Meisters der Jetzt-Zeit. Er trägt den schwarzen Gürtel im Mischpult-Knöppe-Drehen nicht erst seit er die Schwarz-Weiß-Alben der Beatles und Jay-Zs zum The Grey Album fusionierte und Gnarls Barkley wird nicht seine letzte Smash-Single-Sensation gewesen sein. Der gute Mann heißt Dangermouse und jetzt zurück zu den Gorillaz.

Vorneweg: Einmalig einnehmend ist die nicht reale Rasselbande unter anderem ja auch, weil ihre Macher sich mit durchaus realer Leidenschaft ans nicht-musikalische Werk machen. Jedes der vier Bandmitglieder führt ein autonomes Cartoon-Leben, inklusive Rauschmittel bedingter Krisen, die detail-verliebten Cover- und Booklet-Werke gehören in den Kunsthandel und von den Video-Arbeiten soll hier gar nicht erst angefangen werden. Selbstverständlich geben die Zeichentrick-Rocker Konzerte - Multidingsbums macht's möglich.

Dass der Rest, also das mit den Beats und so gar nicht schief gehen konnte, kam eingangs schon zur Sprache. Und auch die D-Sides sind  da keine Ausnahme. Verglichen mit Demon Days ist das Prequel zurückgenommener. Etwas weniger opulent vielleicht. Nicht unfertig, auf keinen Fall unausgegoren, dafür aber nackter, ausgestellter. Und das soll ein Kompliment sein. Dieses Rockit hätte Herbie Hancock genauso gern seins genannt, Hong Kong ist wie Dove, nur noch hautverträglicher, 68 State von Rechts wegen die beste Single, die die Chemical Brothers nie usw und warum fehlt auf Spitting Out The Demons nur Sophie Ellis-Bextor? CD 2 versammelt eine Reihe bestechend tanzbarer Remixe ? von denen die Beiträge der Dewaele-Brüder alias Soulwax, James "The DFA" Murphys und Quiet Village am besten zu überzeugen wissen.



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